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Samstag, 20. Dezember 2014

44 Tricks und Kniffe unter der Lupe: 44. Panieren

Teil fünf aus der Reihe "44 tolle Tricks und Kniffe von den Profis in den Küchen"  aus der Süddeutschen Zeitung. Etwas das ich selbst erst vor einigen Monaten für mich entdeckt habe.

44. Holger Zurbrüggen, Restaurant Balthazar, Berlin

Mein begehrtester Tipp ist der für die knusprigste Panierung: Man nehme statt Semmelbröseln asiatisches Pankomehl. Das ist getrocknet, ohne Rinde und grobflockig. In der Vorweihnachtszeit können Sie noch Zitronen- und Orangenabrieb ins Ei mengen oder frische Kräuter, dann bekommt es noch mehr Schwung!


Yes yes yes!

Mein absoluter Lieblingstipp aus dieser Sammlung. Letztens habe ich normale Schnitzel mit Panko statt Brösel paniert. Sie sehen dann zwar etwas ungewöhnlich aus, sind dafür aber unschlagbar knusprig und kross! Leider ist Panko im Gegensatz zu normalen Bröseln oder Paniermehl recht teuer (im Asialaden meines Vertrauens kosten 200g € 1,90). Aber wie gesagt, es ist der Wahnsinn.

Dienstag, 11. November 2014

Zutaten ersetzen: Eigelb durch ganze Eier im Schokokuchen


Meine Cousine fragt mich letztens, was denn der Sinn dabei sei in Kuchen keine ganzen Eier, sondern nur das Eigelb zu verwenden.
Hm, so genau weiß ich das auch nicht. Was würde das unerwünschte Eiweiß mit dem Kuchen anstellen? Ich recherchiere nur kurz zu diesem Thema. Es lässt sich auch nicht viel finden, da es sich bei mir um Schokokuchen handelt und nicht um Mürbteigplätzchen (Mürbeteig wird mir Eigelb zarter, Eiweiß macht sie trocken und zäh, sagen schlaue Chefkoch.de-Forumsschreiber - probiere ich vielleicht mal aus).

Konkret handelt es sich um folgendes Rezept für Schokotörtchen, in die 2 ganze Eier und 2 Dotter rein sollen.



Da es mir meist zu blöd ist Eier zu trennen, um dann das Eiweiß weg zu werfen, ersetze ich Dotter gerne durch ganze Eier. (Ich stehe weder auf Spontan-Kokosbusserl, noch Baiser oder Soufflé, naja, nicht ganz, Soufflé kann ich noch nicht so gut - anderer Post irgendwann mal).

In dem Fall, so schlage ich meiner Cousine vor, würde ich die 2 Eigelb durch ein ganzes Ei ersetzen.
Jetzt kommt natürlich die spannende Frage:
Wie würden sich die Törtchen dann von einander unterscheiden?
Wir machen uns also ein Back-Date aus, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Wochen später:

H0: Die Törtchen unterscheiden sich nicht merklich von einander
H1: Die Törtchen aus 2 Eiern und 2 Eigelb werden saftiger als die 3-Eier-Törtchen
H2: Die Törtchen aus 2 Eiern und 2 Eigelb schmecken besser als die 3-Eier-Törtchen

Wir verrühren erst Eier und Zucker. Es fällt auf, dass die Masse mit den Eiern und Dottern dicker und schaumiger ist als die Masse mit den ganzen Eiern. Nachdem wir die geschmolzenen Schokolade mit der Butter hinzu geben, gibt es aber keinen Unterschied mehr. Dann rühren wir noch das Mehl rein und schon ist die Masse fertig. Wie im Rezept beschrieben, füllen wir 2/3 der Masse in Förmchen, geben einen Esslöffel Erdnussbutter darauf und füllen die Förmchen dann mit der restlichen Masse voll. Die Masse reicht auch gut für 5 Formen, statt für 4 wie im Rezept angegeben.

Wir schieben alle Kuchen ins Rohr und warten gespannt was passiert. Nach exakt 16 Minuten holen wir sie aus dem Rohr und stürzen sie auf Teller. Das geht super-easy. Noch etwas Kakao oben drauf und fertig. Die Kuchen schauen übrigens alle gleich aus, sie sind alle gleich hoch aufgegangen und beim zerteilen fließt überall zähflüssige Schoko-Erdnussmasse heraus. Wir sind begeistert!

Wir kosten mal da mal dort, mal dort mal da. Meine Cousine ist überzeugt, die Törtchen mit den 3 ganzen Eiern sind etwas flaumiger als die mit den 2 Eiern und 2 Dottern, mein Freund gibt ihr Recht. Im Blindtest schaffen sie es aber dann trotzdem nicht immer, die Törtchen richtig zu identifizieren. Ich kann mich nicht recht entscheiden, eigentlich kann ich keinen Unterschied ausmachen. In einem sind wir uns aber einig, die Törtchen schmecken wirklich geil.


Fazit: Man kann zwei Dotter durch ein ganzes Ei im Kuchen ersetzen. Spart ein paar Cent und ein paar Kalorien und bringt das selbe Ergebnis.


* im Rezept steht: Mehl (gesiebt): Dieses Thema geht mir gerade derart auf die Nerven, dass ich es nichtmal in einem anderen Post behandeln will. Wahrscheinlich werde ich es aber trotzdem irgendwann tun. Mehl braucht man nicht zu sieben, das geschieht schon gründlich, bevor das Mehl in die Packung kommt. Kein Kuchen wird flaumiger oder luftiger, wenn man das Mehl nochmals durch ein Sieb schüttelt.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Wie wichtig ist Eischnee für einen lockeren Kuchen?

Man kennt das: Eiweiß soll für Kuchen zu einem festen Schnee geschlagen werden, damit der Kuchen luftig und locker wird.

Was man auch kennt: Es gibt viele Rezepte für Kuchen, bei denen das nicht nötig ist und die werden auch gut.

Was hat es also auf sich mit dem Schnee schlagen?

Mein Experiment dazu:

Ich stelle zwei beinahe gleiche Kuchenteige her, einen mit Eischnee, einen mit ganzen Eiern.
In den mit den ganzen Eiern, gebe ich etwas mehr Backpulver hinein als in den mit Eischnee.

Warum mehr Backpulver? Unlängst habe ich irgendwo gelesen (ich finde es leider nur nicht mehr), dass man bei Verwendung von genügend Backpulver, den Eischnee nicht schlagen muss, da das Backpulver im Kuchen die gleiche Funktion übernimmt.

Die Rezepte:

Kuchen mit extra geschlagenem Eischnee: 

100 g
Weiche Butter
80 g
Zucker
1/2 Pck.
Vanillezucker
3
Eigelb
3
Eiweiß
60 g
Zucker
1 Msp.
Salz
140 g
Mehl
4 g
Backpulver
50 ml
Milch




Kuchen mit ganzen Eiern:


100 g
Weiche Butter
140 g
Zucker
1/2 Pck.
Vanillezucker
3
Eier
1 Msp.
Salz
140 g
Mehl
6 g
Backpulver
50 ml
Milch











Ich fülle je die gleiche Menge in idente Backförmchen (die ich davor gebuttert und bemehlt habe) und schiebe sie gleichzeitig für 22 Minuten bei 160° C ins Backrohr.











Fertig! Der Unterschied kann sich sehen lassen!

Die Kuchen mit den ganzen Eiern links, die mit Eischnee rechts.


Die Kuchen mit Eischnee sind deutlich höher aufgegangen. Auch auf die Konsistenz wirkt sich der Unterschied aus. Die Kuchen mit Eischnee sind deutlich feiner und weicher. Die Kuchen mit den ganzen Eiern wirken etwas speckig in der Mitte, sind krümeliger und nicht so gleichmäßig feinporig.

diesmal der Kuchen mit dem Eischnee links, mit den ganzen Eiern rechts

Ich werde das Rezept mit den ganzen Eiern nochmals mit mehr Backpulver ausprobieren. Und dann auch brav erst Butter und Zucker schaumig rühren und die Eier erst danach einzeln dazu geben (dass ich das diesmal nicht getan habe, war zwar quasi ein Versehen, aber es ist nicht so, dass ich das nicht schon öfter gemacht habe). Das sollte von Anfang an eine schaumigere, luftigere Masse ergeben.

Ich werde berichten, ob sich der Kuchen so luftiger hinbekommen lässt, es besteht nämlich bei zu viel Backpulver auch die Gefahr, dass der Teig zu grobporig wird, zu schnell aufgeht und dann wieder zusammen fällt.

In der Zwischenzeit werde ich jedem empfehlen das Eiklar zu schlagen, so ein riesen Aufwand ist das ja nicht.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Es kann keinen vegetarischen Hamburger geben!

Mit dieser Aussage hat mein lieber Freund und Habern-Partner (und Fleischliebhaber und Burgerexperte) unlängst eine vegetarische Freundin provoziert.

Das hat ihr natürlich gleich den Puls hochgetrieben. Er wollte aber damit nicht sagen, dass Burger, die kein Fleisch enthalten, keine Existenzberechtigung hätten. Er wollte lediglich darauf hindeuten, dass sich die Bezeichnung "Hamburger" ursprünglich (nur) auf das Fleisch zwischen den zwei Brötchenhälften bezog. Kein Grund zur Aufregung also.

Foto: Nicola von Leffern
Welcher Theorie über den Wortursprung von Hamburger man auch immer Glauben schenken will, die Bezeichnung vegetarischer Hamburger ist streng genommen ein Oxymoron.

Und auch wenn man die Silbe Ham beim Burger weg lässt, wird's nicht vegetarisch, da Ham sicher nicht vom Englischen Wort Schinken abgeleitet wird. Burger steht zu Hamburger wie Schland zu Deutschland (auch wenn mir der Vergleich peinlich ist, er triffst genau).


...in der Hand ’ne Butterstulle,
die mit Schmalz bestrichen war.